Auffahrtslager in Lauwil
2024

UfLa 2024

Erster TagWie gewohnt trafen wir uns am Morgen beim Brunnen, direkt vor der katholischen Kirche in Sissach. Ungewohnt war aber wie viele Kinder und Jugendliche sich dieses Jahr für das Auffahrtslager in der Steinzeit begeistern können. Ganze 44 Teilnehmende und dazu noch ein Leitungsteam von 22 jungen Erwachsenen. Acht davon sind unsere neuen Hilfsleiter und Hilfsleiterinnen. Als riesige Schar zogen wir dann an den Bahnhof Sissach von wo wir mit Zug und Bus bis Reigoldswil reisten. Von dort nahmen wir die Luftseilbahn und hatten oben das erste grosse Highlight: der Besuch im Kletterpark.

In Gruppen von fünf wurden wir zuerst instruiert und durften dann frei den Park erkunden. Die Routen waren unterschiedlich schwierig, aber allesamt ein Abenteuer. Hoch über dem Boden mit einem Davoser Schlitten fahren, oder mit der Rolle über einen See zu flitzen sind nur einige Beispiele.

Perfekt rechtzeitig riss die Wolkendecke auf, so dass wir während unserer Wanderung zum Bauernhof die Aussicht sehen konnten. Einige scharfe Augen entdeckten in weiter Ferne sogar die Sissacher Fluh. «Wie lang goht’s no?» und «Wenn chöme mir ah?» haben wir während der Wanderung häufig gehört, doch die Klagestimmen wurden von einem noch lauteren «U-Uele» übertönt. Als der Bauernhof in Sicht war, wussten wir, dass sich der weite Weg gelohnt hat. Besonders als wir dann unser Lager im weichen Stroh aufschlugen konnten alle ihre Füsse wieder …gesamten Text anzeigen

UfLa 2024

Erster TagWie gewohnt trafen wir uns am Morgen beim Brunnen, direkt vor der katholischen Kirche in Sissach. Ungewohnt war aber wie viele Kinder und Jugendliche sich dieses Jahr für das Auffahrtslager in der Steinzeit begeistern können. Ganze 44 Teilnehmende und dazu noch ein Leitungsteam von 22 jungen Erwachsenen. Acht davon sind unsere neuen Hilfsleiter und Hilfsleiterinnen. Als riesige Schar zogen wir dann an den Bahnhof Sissach von wo wir mit Zug und Bus bis Reigoldswil reisten. Von dort nahmen wir die Luftseilbahn und hatten oben das erste grosse Highlight: der Besuch im Kletterpark.

In Gruppen von fünf wurden wir zuerst instruiert und durften dann frei den Park erkunden. Die Routen waren unterschiedlich schwierig, aber allesamt ein Abenteuer. Hoch über dem Boden mit einem Davoser Schlitten fahren, oder mit der Rolle über einen See zu flitzen sind nur einige Beispiele.

Perfekt rechtzeitig riss die Wolkendecke auf, so dass wir während unserer Wanderung zum Bauernhof die Aussicht sehen konnten. Einige scharfe Augen entdeckten in weiter Ferne sogar die Sissacher Fluh. «Wie lang goht’s no?» und «Wenn chöme mir ah?» haben wir während der Wanderung häufig gehört, doch die Klagestimmen wurden von einem noch lauteren «U-Uele» übertönt. Als der Bauernhof in Sicht war, wussten wir, dass sich der weite Weg gelohnt hat. Besonders als wir dann unser Lager im weichen Stroh aufschlugen konnten alle ihre Füsse wieder entspannen.

Nach dem ersten, enorm lauten Abendessen wurden uns mit kleinen Theatern die Lagerregeln erklärt. Danach durften sich zuerst die Mädchen umziehen. Während die Jungs ihre Zähne putzten, und dann umgekehrt. Beide hatten kein Verständnis, weshalb das bei den anderen so unheimlich lange dauert. Danach schliefen wir alle das erste Mal im Auffahrtslager ein.

Zweiter TagDer Verfasser dieses Textes wurde erst 20 Minuten nach den Kindern wach, weil die anderen Leiter ihn in seinem Schlafsack nicht sahen. Auf jeden Fall wurden die meisten Kindern sowieso nicht von den Leitern geweckt, sondern sie weckten sich gegenseitig. Die meisten haben sehr gut geschlafen. Viele klagten über die spärlich gefüllten Bettflaschen und die morgendliche Kälte. Nach dem Z’Morgen als die Sonne schon höher am Himmel stand, verging diese aber schnell.

Wir wurden auf unserem Hof von Unga Bunga besucht, der nur Steinzeitisch sprach. Zum Glück konnte Cian für uns übersetzen was der prähistorische Kerl wollte: Er suchte seinen Bruder Bunga Unga. Um ihm zu helfen, erlernten wir die Kunst des Kartenlesens. Mit diesem Wissen konnten wir verschiedenen Hinweisen folgen, die uns weg vom Hof, zu Bunga führen sollten. Auf halber Strecke bekamen wir Hunger und assen ein vor Ort zubereitetes Chili mit Linsen. Als wir auf der Höhe ankamen fanden wir den verschollenen Bruder tatsächlich. Doch anstatt Bruderliebe sahen wir einen Geschwisterkampf. Die beiden stritten sich über die Frage wer der schlauere von beiden war, wie und Cian übersetzte.

Um diese Frage endgültig zu klären begannen wir ein grosses Geländespiel, bei dem wir verschiedene Ressourcen verdienten, mit denen Wir uns Bücher kauften – das Symbol der Weisheit. Die Gruppe unter der kalkulierten Leitung von Élise konnte den Sieg für Bunga Unga sichern. Völlig beleidigt stampfte Unga Bunga davon.

Nach dem Abendessen auf dem Hof begann dann unser Wellness-Abend. Wir hörten Geschichten, liessen uns Massieren, montierten Gesichtsmasken und meditierten. Schlussendlich waren sogar Bunga Unga und Unga Bunga so entspannt, dass sie sich wieder versöhnten. Was für ein Tag!

Dritter TagMit sanfter Musik wurden die Kinder an diesem Tag aus dem Land der Träume geholt. Bevor sie aber den warmen kuscheligen Schlafsack verlassen mussten, gab es ein Wurmyoga. Die grösste Herausforderung stellte das Begeben in die Vertikale dar. Yogapositionen wie die Cobra oder der herabschauende Hund liessen sich auch im Schlafsack hervorragend ausführen. Nachdem sich Jungs und Mädchen erneut nacheinander umgezogen hatten, konnten wir das Zmorgen bei Sonnenschein draussen geniessen. Anders als bei den anderen zwei Morgen, stellten die Leiter zwei Schöpftische auf, um die Dauer des Morgenessen etwas zu verkürzen. Nachdem die Ämtli verrichtet und die Freizeit genossen wurde, machten wir uns auf den Weg zu der etwa 15 Minuten Fussmarsch entfernte Spielwiese. Dort erwartete uns eine epische Einheit des sogenannten «Kämpfen und Raufen».

Zum Einstieg spielten wir belgisches Blinzeln. Darauf folgten drei weitere Spiele, wo die vier Gruppen untereinander ihre Kraft beweisen durften. Um nach diesem Kräfteraubenden Programm wieder etwas herunterzufahren, spielten wir eine Runde Fratelli, welches von italienischer Musik begleitet wurde. Sobald wir wieder auf dem Hof eingetroffen waren, gab es leckeres Riz Casimir zum Zmittag. Die Gruppe 1, geleitet von Melissa, Kim und Elise, brach nach diesem Zmittag den Rekord für das schnellste Abwaschen. Der Timer, welcher für 30 Minuten angesetzt war, wurde nur mit 26 Sekunden überzogen.

Der Nachmittag begann sehr lehrreich mit Seil-, Knoten- und Blachenkunde für die jüngere Hälfte der Kinder und mit dem selbererrichten eines Blachenzeltes für die älteren Teilnehmer. Nach einem feinen Zvieri wurde dann gewechselt. Der spätere Nachmittag war ebenfalls intensiv. Nach einer Reihe von Nervenaufreibenden Staffeten, wo die Kinder sich in Schnelligkeit und Taktik beweisen mussten, bot uns der liebe Bauer an, dass wir die Kühe im Stall besuchen durften. In kleineren Gruppen konnten wir den Melkvorgang mitverfolgen oder sogar selbst Hand anlegen. Auch den kleinen Kälbern und die Hofkatzen mangelte es an jenem Nachmittag bestimmt nicht an Streicheleinheiten. Am Abend folgten weitere Highlights. Fotzelschnitte, eine gemütliche Singrunde ums Feuer und zu guter Letzt: Schoggibanane. So liess es sich gut ein letztes Mal einschlafen!

Vierter TagEin letztes Mal kamen die Kinder nicht aus den Federn, sondern aus dem Stroh. Auf dem Vorplatz führten wir einige Dehn und Kraftübungen aus. Gleich nach dem Zmorgen wurde dann alles zusammengepackt. Unzählige verschollene Schlafsackhüllen wurden gesucht und gefunden. Auch die in den Tagesrucksäcken vergessenen Sandwiches, zum Glück noch unverschimmelt, wurden entsorgt. Sobald sich das ganze Gepäck ausserhalb des Schlafsaales befand, gab es einen Programmwechsel. Ein letztes Mal begaben wir uns auf die Spielwiese, um die Kunst des Werfens zu erlernen. Mit diversen Bällen bewiesen sich die beiden Gruppen bei einem Brennballturnier. Nach dem Ausdehnen wurde dann die Gewinnergruppe bekanntgegeben. Mit einem Abstand von nur 16 Punkten hatte Gruppe Speer das Turnier für sich entschieden.

Zurück beim Bauernhof assen wir das Zmittag. Anschliessend fuhren einige Leitende bereits das Gepäck der Kinder wie auch das ganze Küchen- , Spiel- und Sportmaterial auf Sissach. Die restlichen Leitenden boten diverse Posten an. Die letzten Zöpfe wurden geflechtet, die letzten Bändelis geknüpft. Ein letztes Mal Fratelli oder Schittli-Schuttis wurde angerissen und schon bald war es Zeit sich auf den Heimweg zu begeben. Alle schnappten ihre Rucksäcke, wir winkten der lieben Bauernfamilie, welche uns bei sich untergebracht hatte und liefen los. Schon bald aber entdeckten wir die dunklen Wolken, welche sich allmählich am Himmel bildeten. Der Regen liess nicht lange auf sich warten, doch das hielt uns nicht auf. Kurz vor der Bushaltestelle machten wir eine etwas längere Rast bei einem Spielplatz. Die 7- Jährigen oder jüngeren von uns eröffneten ein Restaurant in dem kleinen Häuschen, welches explizit für sie dort stand.

Als es Zeit wurde machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle, wo kurz darauf auch schon der für uns reservierte Bus eintraf. Die weitere Heimreise war geprägt von einnickenden Köpfen und zufallenden Augenliedern. Bald aber trafen wir in Sissach ein. Schon bevor sich die Zugtüren geöffnet hatten, stimmten einige Kinder die JuBla-Sissach/ Klatsch Hymne an, weshalb die Luft dann langsam draussen war, als wir tatsächlich wieder beim Centro eintrafen. Nachdem die Kinder in die Arme ihrer Eltern gesprungen waren, konnten wir die letzten Fundkistegegenstände präsentieren und uns danach voneinander veraschieden. Das UfLa 2024 fand somit ein gelungenes Ende!

Wir möchten uns herzlich bei allen Kindern für dieses unglaubliche Lager bedanken und hoffen euch alle wiederzusehen im SoLa 2024, bei Scharanlässen oder weiteren Lagern! Vielen Dank auch an alle Eltern für ihr Vertrauen und Sponsoren, ohne euch wäre ein solches Lager gar nicht erst möglich! Geschrieben vom Leitungsteam der Jubla Sissach